Bad Zwesten heilt Leticia Camanse

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Impressionen aus der Ausstellung. Eine weitere ist im Sommer geplant.

Impressionen aus der Ausstellung. Eine weitere ist im Sommer geplant.

Bad Zwesten. „Bad Zwesten hat mich gesund gemacht,“ freut sich Leticia Camanse über den guten Ausgang ihrer Leidensgeschichte. Seit 2004 ist die gebürtige Philippinin in Bad Zwesten. Seit 2001 litt sie unter starken Depressionen. „Ich konnte nicht mehr sprechen,“ fasst sie das Hauptsymptom ihrer Erkrankung zusammen.

Kurpark als Heilsstätte

Dann entdeckte sie den Kurpark als Heilstätte. Jeden Tag seit 2007 war Leticia dort, beobachtete die Tiere, fand Ruhe und fotografierte.  „Ich habe meine Eindrücke eingefangen. Ich konnte nicht mehr mit den Menschen reden,  also habe ich mich der Natur gewidmet,“ erinnert sie sich an die Zeit als gute Seele des Parks.

Schöne Bilder aus dem Kurpark: Leticia Camanse hielt sich dort jahrelang auf.

Schöne Bilder aus dem Kurpark: Leticia Camanse hielt sich dort jahrelang auf.

Sie beobachtete das schwarz-weiße Schwanenpaar, erlebte die Aufzucht der Jungen. Auf ihren Bildern sind nicht nur die Schwäne, Enten oder Pflanzen zu sehen. Auch Spaziergänger nah sie ins Visier. Leticia Camanse sagt: „Ich habe dadurch einige nette Menschen kennengelernt.“

Die Krankheit ignoriert

Vor ihrer „Arbeit“ im Park war die Mutter zweier erwachsener Töchter selbstständig. Und erfolgreich. Vier Jahr führt sie das Geschäft alleine. Ihre Störung versucht sie wegzuarbeiten. Dann kommt der Kollaps. Doch Camanse lässt sich nicht beirren. Ein zweiter Kollaps folgt. „Ich habe mich gezwungen, weiterzumachen,“ kommentiert Leticia Camanse Der dritte Zusammenbruch ist der härteste. „Da habe ich gemerkt, dass es so nicht weitergeht,“ sagt sie mti fester Stimme.

11 Fotobücher, vier Terabyte Fotos

Schließlich muss sie ihren Beruf aufgeben, die alleinerziehende Mutter zieht schließlich nach Bad Zwesten. „Ich hab wie ein Eremit gelebt,“ sagt sie, während sie vor dem Wellness-Haus mit ihren Freundinnen sitzt. Dort fand eine Fotoausstellung einer kleinen Auswahl ihrer Bilder statt. Fast vier Terabyte Bilder hat die 56-Jährige auf ihrem Computer. „Ich habe noch viel zu zeigen,“ sagt die Betreiberin einer eigenen Webseite. Elf Fotobücher hat sie selbst gestaltet und herausgebracht. Zu den Gesundheitstagen stellt sie aus, dazu spricht sie öffentlich über Depressionen. Den sprechen kann sie wieder. Und sich freuen.

Leticia Camanse vor ihrem ersten Bild 2007, dem weißen Schwan (links, groß). Fotos: Schesswendter

Leticia Camanse vor ihrem ersten Bild 2007, dem weißen Schwan (links, groß). Fotos: Schesswendter

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Über Raimund Schesswendter

Redakteur | MB-Media GmbH & Co. KG

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1 Kommentar

  1. Eine tolle toughe Frau mit viel Sinn für ein schönes Motiv. Schön, dass sie anderen als Vorbild dient!

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