Im Müritz-Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern kämpfen seit Tagen Hunderte Einsatzkräfte gegen einen großflächigen Waldbrand. Das Feuer breitet sich auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz aus, dessen Gelände stellenweise mit Altmunition belastet ist. Dadurch können viele Brandherde nicht direkt erreicht werden. Die Einsatzleitung setzt deshalb auf indirekte Löschmethoden, großflächige Beregnung und Luftunterstützung. Trotz einer zuletzt langsameren Ausbreitung gibt es weiterhin keine Entwarnung. Wie sich die Lage entwickelt, hängt maßgeblich von Wind und Wetter ab.
Großbrand im Müritz-Nationalpark: Ausbreitung verlangsamt sich
Am Freitag, 17. Juli 2026, wurde die Brandfläche mit rund 360 Hektar angegeben. Etwa 400 Einsatzkräfte sind weiterhin vor Ort. Nach Angaben der Einsatzleitung breitet sich das Feuer langsamer aus als an den Vortagen, unter Kontrolle ist der Brand jedoch noch nicht. Die Lage bleibt wetterabhängig, insbesondere Wind kann die Ausbreitung jederzeit wieder beschleunigen.
Warum der Brand so schwer zu bekämpfen ist
Der Brand befindet sich auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz. Wegen der Altmunition dürfen viele Bereiche nicht betreten werden. Die Einsatzkräfte müssen teils einen Sicherheitsabstand von rund einem Kilometer einhalten. Dadurch ist eine direkte Brandbekämpfung an vielen Stellen ausgeschlossen. Stattdessen konzentriert sich die Einsatzleitung darauf, die Ausbreitung des Feuers einzudämmen.
Bodenfeuer mit hohem Risiko
Nach Angaben der Einsatzleitung handelt es sich überwiegend um ein Bodenfeuer. Solche Brände breiten sich in der Humus- und Streuschicht aus und können über längere Zeit unbemerkt glimmen. Wind und Trockenheit können Glutnester jederzeit wieder aufflammen lassen. Die zuletzt langsamere Ausbreitung bedeutet deshalb keine Entwarnung.
Einsatzstrategie: Beregnung und Luftunterstützung
Ein wichtiger Bestandteil der Strategie sind stationäre Beregnungsanlagen, sogenannte Kreisregner. Sie befeuchten die Randbereiche des Brandgebiets dauerhaft und sollen verhindern, dass sich das Feuer weiter ausbreitet. Nach Angaben der Einsatzleitung ist das Brandgebiet inzwischen vollständig von solchen Beregnungslinien umgeben. Das erleichtert die Eindämmung, bedeutet aber nicht, dass der Brand unter Kontrolle ist.
Wasserlogistik rund um die Uhr
Für die Beregnungsanlagen und die Löschhubschrauber wird Wasser aus umliegenden Seen entnommen. Während der Wasseraufnahme bleiben mehrere Gewässer zeitweise für Boote und andere Wasserfahrzeuge gesperrt. Feuerwehren, Technisches Hilfswerk und weitere Einsatzkräfte sichern die Wasserförderung und die technische Infrastruktur im Dauerbetrieb.
Bundeswehr unterstützt aus der Luft
Im Rahmen der Amtshilfe unterstützen CH-53-Hubschrauber der Bundeswehr die Löscharbeiten. Sie nehmen Wasser aus Seen auf und werfen es über schwer zugänglichen Bereichen des Brandgebiets ab. Besonders dort, wo Bodentrupps wegen der Munitionsgefahr nicht eingesetzt werden können, trägt die Luftunterstützung dazu bei, die Ausbreitung zu verlangsamen.
Drohnen liefern aktuelle Lagebilder
Drohnen überwachen das Brandgebiet und liefern der Einsatzleitung aktuelle Informationen über Brandherde und Glutnester. Auf Grundlage dieser Daten werden Einsätze der Hubschrauber und der Kräfte am Boden koordiniert. Wind, Sicht und Temperatur bestimmen, wann Luftunterstützung sinnvoll und sicher eingesetzt werden kann.
Wetter bleibt entscheidender Faktor
Für den Freitagnachmittag wurden örtliche Schauer und Gewitter vorhergesagt. Ob das Brandgebiet tatsächlich nennenswerten Regen erhält, war zunächst offen. Niederschläge könnten die Löscharbeiten unterstützen, Gewitter bringen jedoch häufig wechselnde Winde mit sich. Dadurch kann sich die Brandentwicklung kurzfristig wieder verändern.
Auswirkungen auf die Region
Rund um das Einsatzgebiet gelten weiterhin Sperrungen. Die Evakuierung des Ortsteils Granzin bleibt bestehen. Außerdem sind einzelne Straßen, Wege und Gewässer gesperrt, um den Einsatz der Löschkräfte nicht zu behindern.
Große Unterstützung erhalten die Einsatzkräfte aus der Bevölkerung. Anwohner versorgen Feuerwehr, Technisches Hilfswerk, Bundeswehr und Hilfsorganisationen mit Getränken und Verpflegung. Diese Hilfe erleichtert die Versorgung während des mehrtägigen Großeinsatzes.
Fazit
Der Waldbrand im Müritz-Nationalpark bleibt eine außergewöhnlich schwierige Lage. Die Brandfläche umfasst inzwischen rund 360 Hektar, die Ausbreitung hat sich jedoch verlangsamt. Altmunition verhindert weiterhin einen direkten Löscheinsatz in großen Teilen des Brandgebiets. Beregnungsanlagen, umfangreiche Wasserlogistik und Bundeswehr-Hubschrauber bilden das Rückgrat der Brandbekämpfung. Wie sich die Lage entwickelt, hängt vor allem von Wind, Wetter und dem Erfolg der eingerichteten Sicherungslinien ab.
Quellen
https://www.tagesschau.de/inland/regional/mecklenburgvorpommern/liveticker-zum-waldbrand-im-mueritz-nationalpark-am-freitag,liveticker-654.html
https://www.presseportal.de/pm/179237/6315987