Nach einer außergewöhnlichen Hitzewelle steht Hamburg vor einem markanten Wetterumschwung. Mit einer herannahenden Kaltfront steigt das Risiko kräftiger Gewitter deutlich an. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt für Hamburg und Schleswig-Holstein vor lokalem Starkregen, Hagel und schweren Sturmböen. Während die Temperaturen am Samstag vielerorts ihren Höchststand erreichen, nimmt insbesondere ab dem Nachmittag und in der Nacht zum Sonntag die Unwettergefahr zu.
Warum nach Hitze oft Gewitter entstehen
Heiße Luft kann große Mengen Feuchtigkeit aufnehmen. Trifft sie auf kühlere Luft in höheren Atmosphärenschichten oder auf eine Kaltfront, wird die Atmosphäre instabil. Die warme Luft steigt rasch auf, Gewitterwolken bilden sich und können sich zu größeren Gewittersystemen entwickeln. Diese bringen häufig Starkregen, Hagel und kräftige Windböen mit.
Für Norddeutschland sehen die aktuellen Wettermodelle günstige Bedingungen für organisierte Gewitter. Dadurch steigt das Risiko, dass nicht nur einzelne Gewitter entstehen, sondern örtlich auch größere Gewitterlinien durchziehen.
Gewittergefahr steigt bis Sonntag deutlich an
Nach der aktuellen DWD-Warnlage nimmt die Gewitterneigung ab dem Nachmittag zu. Für die Nacht zum Sonntag werden verbreitet Gewitter mit örtlichem Unwetterpotenzial erwartet.
Möglich sind:
- Starkregen mit bis zu etwa 40 Litern pro Quadratmeter innerhalb kurzer Zeit,
- Hagel mit Korngrößen bis etwa drei Zentimetern,
- schwere Sturmböen um 100 km/h, regional auch orkanartige Böen bis etwa 120 km/h.
Wo die stärksten Gewitter auftreten, lässt sich erst kurzfristig bestimmen. Bereits wenige Kilometer können darüber entscheiden, ob es bei kräftigem Regen bleibt oder schwere Böen und Hagel auftreten.
Besondere Risiken für Hamburg
In einer dicht bebauten Großstadt können Starkregen und Gewitterböen erhebliche Auswirkungen haben. Innerhalb kurzer Zeit können Straßen, Unterführungen und Keller überflutet werden, wenn die Kanalisation die Wassermengen nicht schnell genug aufnehmen kann.
Kräftige Böen können Äste abbrechen, Bäume beschädigen oder lose Gegenstände erfassen. Dadurch sind auch Einschränkungen im Straßen- und Bahnverkehr möglich.
Hagel tritt meist kleinräumig auf, kann lokal jedoch Schäden an Fahrzeugen, Dächern, Fenstern und Pflanzen verursachen.
Hitze bleibt zunächst ein Belastungsfaktor
Bis zum Eintreffen der Gewitter bleibt die Hitzebelastung hoch. Die Kombination aus großer Wärme und hoher Luftfeuchtigkeit erschwert die nächtliche Abkühlung und belastet insbesondere ältere Menschen, Kinder und Personen mit Vorerkrankungen.
Die anhaltende Trockenheit erhöht zudem regional die Vegetations- und Waldbrandgefahr. Gewitter bringen zwar häufig Abkühlung, können bei geringer Niederschlagsmenge jedoch auch Blitzeinschläge verursachen, ohne die Trockenheit überall wirksam zu beenden.
Fazit
Nach der extremen Hitze steht Hamburg vor einer deutlich unbeständigeren Wetterlage. Ab dem Nachmittag und besonders in der Nacht zum Sonntag steigt die Wahrscheinlichkeit kräftiger Gewitter. Der DWD warnt vor Starkregen, Hagel und schweren Sturmböen, regional sind auch orkanartige Böen möglich. Die genaue Zugbahn der Gewitter bleibt zwar unsicher, insgesamt gilt die Wetterlage jedoch als deutlich unwetterträchtig.
Quellen
https://brzwww.wettergefahren.de/warnungen/warnsituation/warnlagebericht/schleswig_holstein_und_hamburg.html
https://www.radio21.de/service/news/niedersachsen/emsland/beitrag/hamburg-feuerwehr-warnt-vor-waldbrandgefahr-75127.html