Neue Herausforderungen in Landwirtschaft und Gartenbau

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Die Schilf-Glasflügelzikade breitet sich zunehmend in Deutschland aus und verursacht erhebliche Ertrags- und Qualitätsverluste in der Landwirtschaft. Sie überträgt spezielle Krankheitserreger auf Ackerkulturen, darunter SBR (Syndrome Basses Richesses – Syndrom der niedrigen Zuckergehalte) und die „Bakterielle Kartoffelknollen-Welke“. Besonders Zuckerrüben und Kartoffeln sind betroffen, doch auch andere Gemüsearten wie Karotten und Rote Bete können Schaden nehmen. Momentan gibt es keine zugelassenen Pflanzenschutzmittel, die den Schädling effektiv bekämpfen können. Bei der Amtschefkonferenz der Agrarressorts der Länder wurden erste Maßnahmen beschlossen. Der Bund wurde aufgefordert, Notfallzulassungen wirksamer Pflanzenschutzmittel für die kommende Anbausaison zu ermöglichen, die Fördervoraussetzungen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) anzupassen und die Forschung zu modernen Pflanzenschutz- und Züchtungsmethoden zu intensivieren.

Mautbefreiung im Garten- und Landschaftsbau gefordert

Ein weiteres Thema der Amtschefkonferenz war die Mautpflicht für Fahrzeuge im gewerblichen Gartenbau. Ab dem 1. Juli 2024 wird die Mautpflicht auf Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen erweitert. Der gewerbliche Gartenbau wurde jedoch nicht in die Liste der Berufe aufgenommen, die von der sogenannten „Handwerker-Ausnahme“ profitieren. Dies führt zu Wettbewerbsnachteilen für die Branche.

Die Amtschefinnen und Amtschefs fordern den Bund auf, sich beim Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) für eine Überprüfung der Liste einzusetzen, um die Ungleichbehandlung zu beenden. Dr. Martin Berges, Staatssekretär im nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministerium, betonte, dass eine klare Regelung erforderlich sei, um Fairness für alle Wirtschaftsbeteiligten sicherzustellen.

Impfstoffe gegen die Blauzungenkrankheit

Ein drittes zentrales Thema der Konferenz waren Maßnahmen gegen die Blauzungenkrankheit (BTV). In Europa zirkulieren derzeit vier Serotypen des Virus. Für die Serotypen 3 und 12 gibt es in der EU und in Deutschland jedoch keine zugelassenen Impfstoffe. Dies stellt eine erhebliche Bedrohung für Tiere, Landwirte und die gesamte Wertschöpfungskette dar.

siehe dazu auch:  Reform des Schulgesetzes in Nordrhein-Westfalen zur individuellen Förderung und Entbürokratisierung

Die Konferenz forderte den Bund auf, die Entwicklung von Impfstoffen gegen neue Serotypen voranzutreiben und eine Wiederholung der Situation im kommenden Sommer zu verhindern. Darüber hinaus soll eine umfassende Informationskampagne zur Impfung empfänglicher Tiere gegen die Serotypen BTV-3, BTV-4 und BTV-8 gestartet und finanziert werden. Dr. Martin Berges unterstrich die Notwendigkeit gemeinsamer Anstrengungen, um das Leid der Tiere und die wirtschaftlichen Schäden einzudämmen.

Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung der Landesregierung NRW vom 16.01.2025

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