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In München deutet sich die nächste Belastungsprobe für den öffentlichen Nahverkehr an. Während in mehreren bayerischen Städten am Freitag, 20. Februar 2026, erneut Busse und Bahnen wegen Warnstreiks stillstehen oder nur eingeschränkt fahren, rückt auch die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) wieder in den Fokus. Ver.di kündigt einen weiteren Arbeitskampf in der Landeshauptstadt an, lässt den Termin aber offen. Damit wächst die Unsicherheit für Pendelnde, Betriebe und Veranstalter – und zugleich der Druck auf die laufenden Tarifverhandlungen im bayerischen kommunalen Nahverkehr.
Neuer MVG-Streik: angekündigt, aber noch ohne Datum
In einer aktuellen Berichterstattung aus München heißt es, dass München „in den kommenden zwei Wochen“ noch einmal von einem Streik betroffen sein werde. Ein konkretes Datum wird dabei ausdrücklich nicht genannt. Ver.di verweist auf die Dynamik der Tarifauseinandersetzung und vermeidet eine Festlegung, die Arbeitgeber und Verkehrsunternehmen frühzeitig in die Lage versetzen könnte, Gegenmaßnahmen zu planen.
Der zeitliche Rahmen ist dennoch klar umrissen: Der nächste Verhandlungstermin ist für den 9. März 2026 angesetzt. Bis dahin soll es nach ver.di-Angaben in München „auf jeden Fall noch einmal“ zu einem Streik kommen. Diese Ansage reiht sich ein in eine Streikstrategie, die auf wiederkehrende, kurzfristig angekündigte Warnstreiks setzt, um den Druck zwischen den Verhandlungsrunden hochzuhalten.
Warum ver.di den Zeitpunkt offenlässt
Dass die Gewerkschaft den Termin nicht festlegt, ist kein Zufall. Warnstreiks sollen Wirkung entfalten, ohne dass Unternehmen und kommunale Arbeitgeber sie lange im Voraus „einpreisen“ können. Gerade im Nahverkehr ist die Hebelwirkung hoch: Schon ein einzelner Streiktag kann den Berufsverkehr erheblich beeinträchtigen, Ausweichverkehre überlasten und betriebliche Abläufe in der Stadt stören.
Hinzu kommt ein taktischer Aspekt: In Bayern laufen die Warnstreiks nicht isoliert in München, sondern in Wellen durch verschiedene Regionen. Am 20. Februar 2026 sind beispielsweise Regensburg, Landshut und Passau betroffen. Diese regionale Staffelung schafft Aufmerksamkeit und hält das Thema über Tage in den Schlagzeilen, ohne die Streiklast ausschließlich auf eine Stadt zu konzentrieren.
Tarifkonflikt im bayerischen Nahverkehr: die Kernforderungen
Im Zentrum steht die Tarifrunde für die kommunalen Nahverkehrsunternehmen in Bayern. Ver.di fordert für die Beschäftigten deutliche Entlastung und eine spürbare Lohnsteigerung. In Berichten zu den aktuellen Warnstreiks werden als zentrale Punkte rund 670 Euro mehr Lohn pro Monat sowie eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit genannt. Ver.di begründet dies mit hoher Arbeitsbelastung, Personalmangel und der Notwendigkeit, den ÖPNV als Arbeitgeber attraktiver zu machen.
Auf Arbeitgeberseite wird vor allem die Finanzierbarkeit in den Vordergrund gestellt. Der Kommunale Arbeitgeberverband Bayern (KAV) argumentiert, die Forderungen seien in der geforderten Höhe nicht tragbar und könnten im Ergebnis zu höheren Fahrpreisen oder sogar zu einem reduzierten Verkehrsangebot führen. In früheren öffentlichen Einordnungen des Konflikts wurden zudem die prozentualen Gesamtvolumina der Forderungen betont, die – je nach Entgeltgruppe – deutlich zweistellige Mehrkosten bedeuten könnten.
Was ein weiterer MVG-Warnstreik praktisch bedeuten kann
Wie stark München bei einem MVG-Streik betroffen wäre, hängt vom Streikumfang und der Personalbeteiligung ab. Ein Blick auf den letzten großen MVG-Warnstreik Anfang Februar zeigt, welche Dimensionen möglich sind: Damals waren U-Bahn und Tram teils komplett ausgesetzt, und auch im Busverkehr kam es zu massiven Einschränkungen. Üblicherweise sind S-Bahn und Regionalzüge davon nicht betroffen, weil sie in andere Zuständigkeiten fallen – allerdings führt das in der Praxis häufig dazu, dass gerade diese Alternativen schnell überfüllt sind.
Für München ist dabei entscheidend, dass das MVG-Netz die innerstädtische Mobilität trägt. Wenn U-Bahn und Tram ausfallen, verschiebt sich Verkehr auf Straßen, Taxis und den Radverkehr. Gleichzeitig steigen die Belastungen auf Pendelstrecken, weil sich der Berufsverkehr zeitlich staut und Anschlussketten reißen. Besonders kritisch sind Tage mit hoher Veranstaltungsdichte oder großem Besucheraufkommen, weil dann das Ausweichen auf andere Verkehrsmittel noch schwieriger wird.
Warum sich die Streikwelle gerade jetzt zuspitzt
Die aktuelle Streikdynamik ist auch Ausdruck eines festgefahrenen Verhandlungsstands. In den vergangenen Wochen wurde öffentlich, dass die zweite Verhandlungsrunde ohne Einigung blieb und ver.di eine Ausweitung der Warnstreiks ankündigte. Der Zeitraum bis zum nächsten Termin am 9. März 2026 wird damit zur Eskalationsphase: Je näher der Verhandlungstermin rückt, desto stärker kann die Gewerkschaft durch punktuelle Arbeitsniederlegungen den Handlungsdruck erhöhen.
Zugleich ist die Lage im ÖPNV strukturell angespannt. Verkehrsunternehmen kämpfen vielerorts mit Fachkräftemangel, hohen Krankenständen und steigenden Kosten für Energie, Instandhaltung und Infrastruktur. Der Tarifkonflikt trifft damit auf ein System, das ohnehin am Limit arbeitet. Genau daraus leitet ver.di den Anspruch ab, dass es nicht nur um Prozentzahlen geht, sondern um Arbeitsbedingungen, Planbarkeit und langfristige Personalgewinnung.
Fazit
Ein weiterer MVG-Streik in München gilt als sicher, der Zeitpunkt bleibt aber bewusst offen. Klar ist nur der Rahmen: Bis zum nächsten Verhandlungstermin am 9. März 2026 soll München noch einmal bestreikt werden. Die Auseinandersetzung im bayerischen Nahverkehr spitzt sich damit weiter zu – getragen von ver.di-Forderungen nach spürbaren Lohnsteigerungen und Arbeitszeitentlastung sowie der Arbeitgeberwarnung vor finanziellen und strukturellen Grenzen. Für München bedeutet das vor allem eines: anhaltende Unsicherheit, bis es in den Verhandlungen entweder zu einem Durchbruch oder zur nächsten Eskalationsstufe kommt.
Quellen
https://www.mvg.de/presse/pressemeldungen/2026-01-30-mvg-wird-bestreikt.html
https://kav-bayern.de/aktuelles/tarifverhandlungen-nahverkehr-bayern-0