Wochenlang fällt kaum Regen, Rasenflächen werden gelb und Beete müssen regelmäßig bewässert werden. Dann ändert sich das Wetter innerhalb weniger Stunden: Ein kräftiger Wolkenbruch setzt Wege unter Wasser, Fallrohre laufen über und ausgetrocknete Böden können die großen Wassermengen nicht schnell genug aufnehmen. Auf solche Gegensätze müssen sich auch Gartenbesitzer in der Vorderpfalz zunehmend einstellen.
Wer einen Garten neu anlegt oder umgestaltet, kann deshalb Trockenheit und Starkregen gemeinsam berücksichtigen. Dabei geht es um Böden, die Wasser aufnehmen und möglichst lange speichern können, um eine an den Standort angepasste Bepflanzung und um Flächen, auf denen Regen versickern kann, statt direkt in Richtung Terrasse, Gebäude oder Kanalisation abzufließen.
Wie umfangreich Veränderungen ausfallen müssen, hängt stark vom Grundstück ab. Bodentyp, Gefälle, vorhandene Versiegelung, Bepflanzung und die Nutzung des Gartens entscheiden darüber, welche Maßnahmen sinnvoll sind. Bei größeren Umbauten kann es sich deshalb lohnen, Vorschläge und Angebote von dem ein oder anderen Garten- und Landschaftsbaubetrieb einzuholen und miteinander zu vergleichen.
Böden in der Vorderpfalz: Warum Sand und Lehm unterschiedlich reagieren
Die Böden in der Vorderpfalz sind keineswegs überall gleich. Rund um Speyer und Schifferstadt gibt es etwa sandige und vergleichsweise wasserdurchlässige Böden. Wasser kann hier schnell in tiefere Schichten gelangen, wodurch solche Böden während längerer Trockenperioden weniger Feuchtigkeit speichern.
Lehmhaltige Böden verhalten sich anders. Sie können Wasser länger halten, nehmen größere Niederschlagsmengen unter ungünstigen Bedingungen aber langsamer auf. Bei Starkregen kann sich das Wasser deshalb zeitweise an der Oberfläche sammeln.
Bevor Beete umgestaltet, Drainagen eingebaut oder größere Mengen Boden ausgetauscht werden, lohnt sich daher ein genauer Blick auf den vorhandenen Untergrund. Schon eine einfache Grabprobe kann erste Hinweise geben: Sandige Erde zerfällt meist relativ leicht, während lehmreicher Boden stärker zusammenhält. Bei größeren Problemen mit Staunässe oder sehr trockenen Böden kann eine fachliche Beurteilung sinnvoll sein.
Starkregen: Wasser möglichst auf dem Grundstück halten
Bei kräftigen Regenfällen stellt sich vor allem die Frage, wohin das Wasser fließt. Problematisch wird es, wenn große Mengen über versiegelte Flächen direkt in Richtung Haus, Kellerabgang oder Terrasse laufen.
Eine Möglichkeit sind sogenannte Versickerungsmulden. Dabei handelt es sich um leicht abgesenkte Bereiche, in denen sich Regenwasser vorübergehend sammeln und anschließend langsam im Boden versickern kann. Auch entsprechend gestaltete Rasenflächen können zeitweise Wasser aufnehmen.
Daneben lässt sich bereits bei Wegen, Zufahrten und Terrassen darauf achten, möglichst wenig Fläche vollständig abzudichten. Wasserdurchlässige Pflasterfugen, versickerungsfähige Beläge oder Rasengittersteine ermöglichen es zumindest einem Teil des Niederschlags, unmittelbar auf dem Grundstück in den Boden zu gelangen.
Welche Lösung geeignet ist, hängt allerdings von Boden, Gefälle und Wassermenge ab. Wasser lediglich an eine andere Stelle des Grundstücks zu leiten, löst das Problem nicht automatisch. Gerade bei größeren Veränderungen sollte deshalb der gesamte Wasserweg vom Dach und von befestigten Flächen bis zur Versickerungsstelle betrachtet werden.
Trockenperioden: Pflanzen passend zum Standort auswählen
Auch bei der Bepflanzung lohnt es sich, die Bedingungen im eigenen Garten stärker zu berücksichtigen. Pflanzen, die dauerhaft viel Feuchtigkeit benötigen, geraten während längerer trockener Sommer schnell unter Stress. Arten, die mit sonnigen und trockenen Standorten zurechtkommen, benötigen nach dem Anwachsen dagegen meist weniger zusätzliche Bewässerung.
Lavendel, Salbei, verschiedene Gräser und zahlreiche mediterrane Kräuter kommen für entsprechende Standorte infrage. Entscheidend ist allerdings nicht allein die Trockenheitsverträglichkeit. Lichtverhältnisse, Bodenbeschaffenheit, Platzbedarf und Winterhärte müssen ebenfalls zum jeweiligen Standort passen.
Auch robuste Pflanzen benötigen nach dem Einsetzen zunächst ausreichend Wasser. Vor allem während der Anwachsphase sollte der Boden nicht vollständig austrocknen. Erst wenn sich ein kräftiges Wurzelsystem entwickelt hat, können viele trockenheitsverträgliche Arten längere Phasen ohne zusätzlichen Regen besser überstehen.
Rasen unter Stress: Nicht jede Fläche muss dauerhaft sattgrün sein
Ein kurz geschnittener und dauerhaft grüner Zierrasen benötigt während trockener Sommer vergleichsweise viel Pflege und Wasser. Wer große Rasenflächen besitzt, kann deshalb überlegen, ob tatsächlich jede Ecke des Gartens als klassischer Rasen genutzt werden muss.
Eine Möglichkeit sind Rasenmischungen, die stärker auf trockenheitsverträgliche Gräser setzen. Auf weniger intensiv genutzten Flächen kommen auch Wiesenbereiche, Staudenpflanzungen oder geeignete Bodendecker infrage. Das reduziert den Pflegeaufwand und kann gleichzeitig mehr unterschiedliche Lebensräume für Insekten schaffen.
Dabei muss ein Garten nicht vollständig umgebaut werden. Schon einzelne Teilflächen können anders gestaltet werden, während Bereiche zum Spielen, Sitzen oder für andere Nutzungen weiterhin als Rasen erhalten bleiben.
Regenwasser sammeln statt Trinkwasser verwenden
Regenwasser lässt sich nicht nur versickern, sondern auch für trockene Perioden speichern. Die einfachste Lösung ist die klassische Regentonne am Fallrohr. Für größere Gärten können Zisternen interessant sein, die deutlich mehr Wasser aufnehmen.
Im Ausgangstext werden für Einfamilienhäuser Zisternen mit einem Fassungsvermögen von etwa 3.000 bis 5.000 Litern genannt. Welche Größe tatsächlich sinnvoll ist, lässt sich jedoch nicht allein anhand der Gartenfläche bestimmen. Dachfläche, verfügbare Niederschlagsmenge, Größe der zu bewässernden Flächen und die geplante Nutzung des gesammelten Wassers müssen zusammen betrachtet werden.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Regen, der in niederschlagsreichen Wochen anfällt, kann später zur Gartenbewässerung genutzt werden. Gleichzeitig wird zumindest ein Teil des Wassers bei kräftigen Regenfällen zunächst zwischengespeichert.
Bewässerung gezielter einsetzen
Wer regelmäßig größere Beete, Hecken oder Nutzpflanzen bewässern muss, kann mit einer Tropfbewässerung Wasser gezielter an die Pflanzen bringen. Statt die gesamte Oberfläche großflächig zu beregnen, gelangt die Feuchtigkeit unmittelbar in den Bereich der Wurzeln.
Besonders komfortabel sind Systeme, die mit Zeitschaltung oder Feuchtigkeitssensoren arbeiten. Trotzdem sollte eine automatische Bewässerung nicht nach einem starren Schema laufen. Nach kräftigem Regen oder bei kühler Witterung wird deutlich weniger zusätzliches Wasser benötigt als während einer längeren Hitzeperiode.
Auch der Zeitpunkt des Gießens macht einen Unterschied. In den frühen Morgenstunden ist die Verdunstung in der Regel geringer als während der heißen Mittagszeit. Gleichzeitig sollte lieber seltener und gründlicher als ständig nur oberflächlich gewässert werden, damit das Wasser auch tiefere Bodenschichten erreicht.
Herbst und Winter für die Gartenplanung nutzen
Wer größere Veränderungen plant, muss damit nicht bis zum nächsten heißen Sommer warten. Herbst und Winter eignen sich gut, um das Grundstück genauer zu betrachten, verschiedene Lösungen zu vergleichen und Arbeiten vorzubereiten.
Gerade nach einem Sommer lassen sich Schwachstellen häufig gut erkennen: Wo blieb Wasser nach Starkregen stehen? Welche Beete trockneten besonders schnell aus? Welche Pflanzen kamen mit Hitze und Trockenheit zurecht und welche nicht?
Auch Pflanzarbeiten können je nach Pflanzenart und Witterung im Herbst sinnvoll sein. Gehölze und Stauden haben dann Gelegenheit, Wurzeln zu bilden, bevor im folgenden Sommer wieder höhere Temperaturen und längere Trockenphasen auftreten können.
Was ein klimaangepasster Gartenumbau kosten kann
Eine pauschale Summe für die Umgestaltung eines Gartens lässt sich kaum nennen. Es macht einen erheblichen Unterschied, ob lediglich einige Beete neu bepflanzt werden oder ob zusätzlich Boden ausgetauscht, befestigte Flächen verändert, Versickerungsbereiche angelegt, Leitungen verlegt und eine Zisterne eingebaut werden sollen.
Bei umfangreicheren Projekten ist es deshalb sinnvoll, einzelne Arbeiten und Preise im Angebot getrennt ausweisen zu lassen. Dazu können Erdarbeiten, Abtransport und Entsorgung, Pflanzen, Pflasterarbeiten, Bewässerungstechnik und der Einbau einer Regenwasserzisterne gehören.
Nicht jeder Garten muss außerdem in einem einzigen Schritt umgebaut werden. Häufig können Veränderungen nach und nach umgesetzt werden. Sinnvoll ist dabei eine Reihenfolge, bei der spätere Arbeiten nicht dazu führen, dass bereits fertiggestellte Bereiche erneut geöffnet werden müssen. Entwässerung, größere Erdarbeiten und Leitungen sollten deshalb frühzeitig in die Gesamtplanung einbezogen werden.
Ein Garten, der mit Trockenheit und Starkregen besser zurechtkommt
Ein klimaangepasster Garten muss weder vollständig neu angelegt werden noch auf üppige Bepflanzung verzichten. Oft sind es mehrere kleinere Veränderungen, die zusammengenommen einen Unterschied machen: weniger vollständig versiegelte Flächen, geeignete Pflanzen, ein Boden mit guter Speicherfähigkeit, Möglichkeiten zur Versickerung und gespeichertes Regenwasser für trockene Wochen.
Die Regentonne kann dabei tatsächlich als kleiner Gradmesser dienen. Läuft sie nach einem Wolkenbruch sofort über und ist wenige Wochen später längst leer, lohnt sich ein genauer Blick darauf, wie Wasser auf dem Grundstück gesammelt, gespeichert, versickert und genutzt werden kann.
Wer solche Zusammenhänge bereits bei der Gartenplanung berücksichtigt, kann den Pflege- und Bewässerungsaufwand reduzieren und zugleich verhindern, dass Starkregen möglichst ungebremst über befestigte Flächen abfließt. Damit wird der Garten nicht wetterfest im wörtlichen Sinne – aber deutlich besser auf längere Trockenphasen und kräftige Niederschläge vorbereitet.